Mittwoch, 8. Februar 2017

ein ganz normaler Mittwoch

Leere, Fülle, mein Kopf, ein Kopf, dreiundvierzig Papiere in dieser Mappe, zweiundfünfzig in der anderen, zu wenig Zahlen auf der Uhr. Ich wünschte mir, ich könnte die Welt kurz anhalten, um einmal richtig zu weinen. Alles dreht sich, ich drehe mich im Kreis um mich selbst dreiundvierzig Mal, und dann zweiundfünfzig Mal in die andere Richtung, und versinke im Moor meines Gedächtnisses. Listen über Listen und sie begraben mich, erdrücken meine Lungen, wickeln sich um meinen Hals wie eine giftige Schlange und zerquetschen mich.
Mein Terminplaner kotzt mich an, ich würde zurückkotzen, hätte ich denn die Zeit dafür.
Kopf heben, Arm heben, Mund öffnen, Mund schließen, lächeln, seufzen, Treppen runter, belanglose Dinge besprechen, Treppen rauf, von ungeschriebenen Romanen träumen, Sätze von der Tafel schreiben, Hefter in die Tasche quetschen, raus in die Kälte, die einem den Rücken hinunterkratzt, aufs Laufband fünf Kilometer rennen, nach Hause fahren, am Schreibtisch vor meinen Listen wegrennen, sie versuchen, zu bekämpfen, während der Kaffee kalt wird, den ich mir voller Stolz beim Umziehen und Abwaschen selbst gekocht habe.
Leere, Fülle, mein Kopf, ein Kopf, der mir nicht mehr gehört.
Ein fremder Kopf, der sich aufgehängt hat. Der verklumpt ist, dessen Arterien verkrustet und dessen Zellen verschleimt, ein Kopf, der vertrocknet ist, und jetzt nicht mehr unter Strom zu stellen ist.
Nur die Funken tun mir weh, doch ich habe keine Zeit, diesen Kopf zu reparieren, denn da liegt eine Liste, die mich bedroht, die ihn bedroht.
Kopfschmerzen klopfen an die Stirn, rechte Taille schmerzt, als hätte jemand ein Messer hinein gerammt, wobei das auch noch toll wäre, denn im Krankenhaus würde man sich vielleicht auch mal meinen rauchenden Kopf anschauen, will mich aber nicht beschweren, denn sonst nimmt man mich nicht mehr ernst, wenn mal wirklich etwas ist, und die Gedanken laufen Marathon im dunklen Wald, dort, wo es Geister gibt, vor denen die Kinder Angst haben, und ich soll mich auf Sichelzellanämie konzentrieren.
Leere, Fülle, mein Kopf, ein Kopf, und die Uhr bleibt auch nach dem siebenundzwanzigsten Blick nicht stehen, und ich seufzte, und ich schlucke, und ich gebe mein Bestes und hefte das vierundvierzigste Blatt Papier ab.

1 Kommentar:

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